Der Papst verzeiht John Lennon- diese Meldung ging vor wenigen Wochen durch die Medien. Sie basiert auf einem Artikel des Osservatore Romano, der offiziellen Zeitung des Vatikans. In diesem Artikel wird Bezug auf die von John Lennon vor 42 Jahren geäußerte Behauptung, die Beatles seien berühmter als Jesus, genommen. Damals reagierte der Vatikan verstimmt, nun zeigt er aber Verständnis für den, so heißt es, Übermut eines jungen Mannes aus der englischen Arbeiterklasse, der von seinem Ruhm überfordert war. Sicherlich nicht ganz freiwillig hatte sich John Lennon zwar schon kurz darauf für seine Worte entschuldigt, aber für ihre Gnadenbekundigung nahm sich die Kirche Zeit. Das kann sie auch, denn um zu verzeihen ist es insbesondere für die Kirche nicht nötig, dass die betreffende sündige Person noch lebt.
Anlass für den späten Sinneswandel ist ein Jubiläum. Vor 40 Jahren, im November 1968, erschien das „ White Album“ der Beatles, dessen Qualität im genannten Artikel gelobt wird. Zur etwa gleichen Zeit arbeiteten die Rolling Stones an ihrem Album „Beggars Banquet“ und nahmen „Sympathy for the Devil“ auf.
Ob es nun aus theologischer Sicht ketzerischer ist, sich mit Jesus zu vergleichen oder um Mitgefühl für den Teufel zu werben, soll an dieser Stelle nicht diskutiert werden.
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